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Mahnschreiben 2026 — Vorlage, Fristen und was nach der Mahnung kommt

Eine unbezahlte Rechnung ist ärgerlich. Mit dem richtigen Mahnschreiben kommen Sie schneller zu Ihrem Geld — ohne sofort einen Anwalt zu brauchen.

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Der Mahnprozess Schritt für Schritt

1

Zahlungserinnerung

ca. 7–14 Tage nach Fälligkeit

Freundlicher Hinweis — viele vergessen die Zahlung schlicht. Kein Mahnbetrag, keine Drohung. Oft reicht das schon.

2

1. Mahnung

ca. 14 Tage nach Zahlungserinnerung

Klarer Hinweis auf Verzug. Setzen Sie eine konkrete Frist (10–14 Tage). Verzugszinsen können Sie verlangen, sobald der Schuldner in Verzug ist; in Deutschland tritt der Verzug auch ohne Mahnung ein, etwa bei kalendermäßig bestimmtem Zahlungsziel oder spätestens 30 Tage nach Fälligkeit und Zugang der Rechnung, gegenüber Verbrauchern aber nur, wenn die Rechnung darauf hinweist (§ 286 BGB). Mahnkosten sind nur ersatzfähig, soweit sie nach Verzugseintritt tatsächlich entstanden und angemessen sind (Österreich: § 1333 Abs. 2 ABGB); eine Pauschale in AGB darf in Deutschland den gewöhnlich zu erwartenden Schaden nicht übersteigen (§ 309 Nr. 5 BGB). Unter Unternehmern gibt es eine Pauschale von 40 Euro, die auf weitere Betreibungskosten angerechnet wird (Deutschland § 288 Abs. 5 BGB, Österreich § 458 UGB).

3

2. Mahnung

nach Ablauf der Frist der 1. Mahnung

Letzte außergerichtliche Aufforderung. Ankündigung rechtlicher Schritte. Kurze Frist setzen (7 Tage).

4

Inkasso / Anwalt / Mahnbescheid

nach erfolgloser 2. Mahnung

Übergabe an Inkasso oder Anwalt. In Deutschland: Mahnbescheid beim Amtsgericht (kostengünstig). In Österreich: Zahlungsbefehl im gerichtlichen Mahnverfahren (bis 75.000 Euro Streitwert; bis 15.000 Euro beim Bezirksgericht, darüber beim Landesgericht).

Was muss im Mahnschreiben stehen?

  • ✓Rechnungsnummer und -datum
  • ✓Offener Betrag (genau)
  • ✓Ursprüngliches Zahlungsziel
  • ✓Neue Zahlungsfrist (konkretes Datum)
  • ✓Bankverbindung
  • ✓Hinweis auf anfallende Verzugszinsen (Deutschland: 5 Prozentpunkte über dem Basiszinssatz, ohne Verbraucherbeteiligung 9 Prozentpunkte; Österreich: 4 %, unter Unternehmern 9,2 Prozentpunkte über dem Basiszinssatz)
  • ✓Bei Mahnung: Mahngebühr wenn vereinbart

Verzugszinsen — was darf ich verlangen?

🇩🇪 Deutschland

Verbraucher: 5% über Basiszins p.a.
Unternehmen: 9% über Basiszins p.a.
Basiszinssatz seit 1. Juli 2026: 1,52 % (wird halbjährlich neu festgesetzt) → Zinssatz ohne Verbraucherbeteiligung derzeit 10,52 %

🇦🇹 Österreich

Verbraucher: 4% p.a.
Unternehmen (§ 456 UGB): 9,2 Prozentpunkte über dem Basiszinssatz p.a.
Zusätzlich: Mahnspesen und Inkassokosten ersatzfähig, soweit notwendig, zweckentsprechend und angemessen (§ 1333 Abs. 2 ABGB); unter Unternehmern jedenfalls eine Pauschale von 40 Euro, darüber hinausgehende Kosten nach § 1333 Abs. 2 ABGB (§ 458 UGB)

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